
Dresden, 14. Februar 2009
Zum Valentinstag demonstrierten 6700 Nazis in Dresden.
Zahlreiche Autonome waren an einer Gegendemonstration
von “No Pasaran” beteiligt.
Als ich in Dresden ankam, war ich bereits vom enormen Aufgebot der Polizei und Bundespolizei geschockt. Gesperrte Autobahn-Ausfahrten liesen kurz nach der Abfahrt von der Autobahn erahnen, auf was sich die Tausendschaften der Polizei vorbereiten. Wasserwerfer, Räumfahrzeuge und Strassensperrungen durch Polizei waren die weiteren Eindrücke Dresdens.
Mein erstes Ziel war der Dresdner Bahnhofsplatz, auf dem sich die etwaa 6700 Nazis aus dem gesammten Bundesgebiet zusammen gerottet hatten. Nach einigen Fotos der Wasserwerfer und Räumfahrzeuge machte ich mich auf den Weg in die Dresdner Altstadt, um mich den Autonomen anzuschliessen, welche sich am Alfred-Efes-Platz getroffen hatten. Personenkontrollen, Absperrungen und sehr hohes Polizeiaufkommen war auch hier zu vernehmen.Als der Demo-Zug Richtung Innenstadt aufbrach, lief vorrübergehend alles Reibungslos. Nach etwa einer halben Stunde geriet es zwischen ca. 100 Autonomen und der Polizei zu ersten kleineren Ausschreitungen. Als der erste Autonome von einem Polizist zu Boden gestreckt wurde, war eine größere Auschreitung zum Ende der Route vorprogramiert.
Das Chaos war perfekt, als sich am Streckenende zahlreiche Polizisten mit den Autonomen teils heftige Rangeleien leisteten. Knallkörpe r, Rauchgranaten, Bierkisten und Stöcke flogen durch die Dresdner Innenstadt als die Ausschreitungen kurz vor dem Höhepunkt lagen. Ich wagte mich bereits von begin an in den direkten Hexenkessel, um so nah wie möglich am Geschehen zu sein, um authentische Fotos zu erlangen. Als ich im Kern des Chaos stand, sah ich einige Autonome losrennen. Ich rannte hinterher und konnte einige gelungene Aufnahmen erziehlen, wo die schwarz vermumten Männer und Frauen etwa 5 Polizeibusse mit Stöcken, Steinen und anderen Wurfgegenständen attakierten und beschädigten.
Die Innenstadt glich einem Schlachtfeld. Verstörte Pasanten, fliegende Steine und Stöcke zierten die Kullise, auf der Polizei und Autonome sich heftigste Strassenschlachten lieferten. Neben etlichen verletzten beider Seten und einigen Festnahmen durch die Polizei wurden zahlreiche Müllcontainer in Brand gesteckt und als Strassenbarrikaden benutzt.
Zum Abend wurden von Seiten der Autonomen noch einige Polizeifahrzeuge umgekippt und das Polizeiaufgebot auf Höhe der Elbe extrem verstärkt.
Auf dem Rückweg wurden an einem Autobahnrastplatz, Mitglieder der DGB durch Nazis attakiert und ein DGB-Mitglied dabei schwer verletzt. Die Polizei ermittelt nun gegen alle 41 Nazis, die in einem Reisebus wieder Richtung Heimat waren.
Text und Fotos: Bastian Ott